| Rückblick |
| Der
Deutsch-Französischer Chor Lyon in Québec ! |
Deutsch-französisch
ist gut und Grundsatzthema, international ist auch gut und wichtig.
Nach Reisen nach Japan und in den Libanon hatte daher der DFC Lyon
seine Fühler diesmal nach Kanada ausgestreckt, wo ein
ehemaliger
Chorist lebt, der noch enge freundschaftliche Kontakte zu einem
Vorstandsmitglied hat. Er wurde also als Bote ausgesandt, um einen
Partnerchor zu finden, der uns programm- und niveaumässig
ähnelt. Gar nicht so einfach, aber schließlich biss Polymnie
de
Longueil (Montreal) an. Der Chor plante gerade eine Frankreichreise
für 2010 und konnte Lyon noch gut
„anhängen“.
Die Reise fand vom 15. bis 25.10. statt. Die Woche verging schnell:
Ausflüge nach Ottawa, Québec, in die Laurentides
und in die
Umgebung von Montreal verliehen dem Aufenthalt eine touristische Note,
die Noten mussten diesmal eher etwas zurücktreten. Das Problem
sind einfach die Entfernungen, selbst innerhalb des riesigen Vororts
Longueil, und die mangelhaften öffentlichen Transportmittel,
so
dass unsere Gastgeber uns ständig im Auto umher kutschieren
mussten. Québec ist eben in erster Linie ein Teil von
Amerika,
und nicht nur in dieser Hinsicht. Man muss sich nur mal die
puritanische schmucklose schwarze hochzugeknöpfte
Konzertkleidung
angucken.
Zum Glück zieht auch in Québec der Chorgesang viele
Rentner
mit entsprechend viel Zeit an, aber nicht ganz so viele Soprane, so dass
wir uns gut ergänzten. Natürlich wurden auch
„Sponsorenwerbung“ und „Allgemeine
Chorpolitik“
eifrig gebenchmarkt. Die Kanadier sind uns in Sachen Sponsorenwerbung um
Längen voraus. Sämtliche Parteien hatten in der
Vorwahlkampfzeit eine Werbung geschaltet und ihr Engagement in Sachen
Kultur hervorgehoben. Undenkbar in Frankreich...
Auf dem gemeinsamen Programm stand die D-Dur Messe von Dvorak, sowie
Bruckner für Polymnie und Fauré für Lyon.
Das Konzert
war recht gut besucht und musikalisch gar nicht so schlecht (auch wenn
das Orgelpositiv während des Agnus Dei vorübergehend
seinen
Geist aufgab...).
Der Rückbesuch findet Ende Juni in Lyon statt. Eine Zahl scheint in beiden Chören
magisch zu sein: die 30 – so viele Kanadier erwarten wir, und
so viele Choristen sind wir bei den allermeisten
„aushäusigen“ Projekten.
Anja Leymann
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| Der geheime Garten der Engel |
Eine
originelle Kirche, warmherzig und anheimelnd... Sanftes Licht, wie in
einem Traum, einem dieser Träume, die man hat, wenn man unter
freiem Himmel schläft – und die unterbrochen werden
durch
den Klang des Regens, die Geräusche der Nacht, das Gezwitscher
der
Vögel.
An diesem 21. November haben die Zuschauer im Garden das
gespürt,
was die ersten Kinobesucher zu Beginn des vorigen Jahrhunderts
gefühlt haben müssen, die im Dunkeln saßen,
in totaler
Erwartung und dem plötzlichen Eindruck, mitten im Geschehen zu
sein, ohne zu wissen, wo sie bzw. dieses Geschehen
hingehörten.
Zwei Engel eröffneten den Ball, begleitet von Glasharfen...
aber
woher kamen diese seltsamen Klänge? Da, wo die Technik
manchmal
das Authentische verscheucht (indem sie zum Beispiel den Klang eines
Sinfonieorchesters auf einen einzigen Lautsprecher reduziert), hat das Lusorium
Berlin das Natürliche zurückgeholt
– und vervielfacht. Im Garden umgab dank einer experimentellen
Tontechnik
der Klang den Zuschauer wie ein Kokon. Stimmen in der Nacht haben an
diesem Abend fast 500 Zuhörer aus der Bretagne nach Norwegen,
aus
der Türkei nach Deutschland, aus Israel bis in den Norden
Spaniens
mitgenommen. Die verschiedenen miteinander verwobenen Geschichten
wurden wie ein Hörspiel in den jeweiligen Sprachen
erzählt.
Zwischen zwei Stücken sang der Deutsch-Französische
Chor Berlin,
versteckt im Bühnenschatten, allein oder mit einem der
exzellenten
Solisten. Die Musikstücke, die von dem mitgliederstarken Chor
mit
70 Sängern ausdrucksvoll und auswendig vorgetragen wurden,
waren
Schöpfungen des Chorleiters Steffen Raphael Schwarzer, der
auch
der musikalische Leiter des Projekts The Garden ist. Außerdem
zählten zur künstlerischen Mannschaft noch rund 10
Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums in Berlin an den
Glasharfen, drei Gitarristen, drei Perkussionisten und eine
Akkordeonspielerin. Darüber hinaus verlangte eine Installation
wie
diese natürlich auch eine erfahrene Mannschaft von Technikern.
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(c)
Dietmar Kaross
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(c)
Dietmar Kaross
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The
Garden war ein Gemeinschaftsprojekt des Lusorium Berlin und
des Deutsch-Französischen Chors Berlin. Einige
Chorsänger haben Liedtexte
geschrieben, andere haben Texte übersetzt oder an der
Gestaltung der
Website www.gardenQ.de
oder an «Paulines Blog»
mitgearbeitet. Ebenso
dankbar sind die Projektteilnehmer bei den diversen Sponsoren (inkl.
DUSSMANN das Kulturkaufhaus) sowie dem Deutsch-Französischen
Jugendwerk für die einmalige Unterstützung
(Edit’Aide).
Ein schöner
Gemeinschaftserfolg! Und ein großartiges Ergebnis, das die
1.600
Besucher (bei vier Vorstellungen) dieses Traumgartens nicht so bald
vergessen werden...
Isabelle
Métrope
Einen instrumentalen Auszug hören (Lilit's
Song)
Hier können Sie die wunderschöne Bildergalerie betrachten. |
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| Dresden
und Alte Musik |
Gemeinsam mit Damen und Herren des
Opernchores der Staatsoper Dresden („Semperoper“)
und dem
Bläserensemble Prof. Mathias Schmutzler, Solotrompeter der
Staatskapelle Dresden, bereitete sich der DFC Dresden auf drei Konzerte
mit Werken Alter Musik von Gabrieli, Praetorius, Schütz,
Greene
u.a. vor.
Die Besonderheit und Schwierigkeit bestand für den Chor in der
Arbeit mit professionellen Sängern und Instrumentalisten, die
sich
neben ihrer beruflichen Tätigkeit an der Oper als Ensemble
„Caro Canto“, dem die Chorleiterin des DFC Dresden
Carola
Rühle angehört, der Pflege Alter Musik widmen.
Mit Carola erarbeitete der DFC jeweils deren der vier Chorparten pro
Stück. Gemeinsame Proben gab es für den DFC mit den
Opernsängern nicht all zu viele. Die “Kolleginnen und
Kollegen“ Opernsänger arbeiteten mit dem DFC unter
Carola
Rühles Leitung, als wären die DFChorsänger
Ihresgleichen.
Ende August fanden dann an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Konzerte
in der Lengefelder Kirche (Erzgebirge), dem Meißner Dom und
dem
Weißen Saal der Herrnhuter Brüdergemeine (das ist
kein
Schreibfehler!) statt. Das Publikum war offenbar gekommen, um genau das
zu hören, was beide Chöre darboten. So war es wohl
nicht nur
für die Ausführende ein wunderbares Konzertwochenende.
Ilona Grabe
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(c)
Gotthold Müller
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| Dossier |
| Ein wichtiger Geburtstag: die XX. Ausgabe der Choralies! |
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1940-2010... Die Choralies,
ein altmodisches Ereignis? Im Gegenteil! Austausch von Generationen,
Standpunkten, Repertoires...mit exzellentem Chorgesang. An die 4000
Choristen treffen sich in einem Dorf der Provence, um eine Woche lang
gemeinsam zu singen. Ist das keine idyllische Idee? Ob Sie sich nun
für Jazzgesang , skandinavische, asiatische,
lateinamerikanische,
zeitgenössische französische oder auch Gospelmusik
interessieren, ein passender Workshop (atelier)
ist garantiert für jeden dabei. Und warum nicht die beliebten
französischen oder deutschen Lieder in neuem Gewand, mit
Andreas
Foerster, dem Leiter des Deutsch-Französischen
Chores Köln?
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(c)
H. Bertsch/DFC Köln
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Herr Foerster, nächstes Jahr werden Sie
zum ersten Mal an den Choralies in Vaison-la-Romaine teilnehmen, wo Sie
ein Atelier zum Thema „Lore-Ley“: Deutsche und
Französische Volkslieder in neuem Gewand leiten
werden. Zuerst: aus welchen Gründen haben Sie sich gemeldet,
als der Verband der Deutsch-Französischen Chöre seine
Chorleiter aufgerufen hat, ein Atelier bei den Choralies zu leiten?
Ich habe schon viel von der unvergleichlichen Atmosphäre der
Choralies gehört. Die ganze Stadt lebt mit und durch die
Musik, tausende Menschen treffen zusammen, singen und werden eine
große Chorgemeinschaft. Daran wollte ich unbedingt einmal
teilhaben und deshalb freue ich mich besonders, wenn ich sogar
mitgestalten kann.
Was erwarten
Sie persönlich von Ihrer Teilnahme an diesem großen
Chortreffen, insbesondere als Atelierleiter?
Ich bin mir sicher, dass ich sehr viele interessante Menschen
kennenlernen werde und darüber hinaus natürlich gute
Konzerte besuchen kann. Als Atelierleiter hoffe ich auf neugierige und
begeisterungsfähige Teilnehmer.
Was erhoffen
Sie den XX. Choralies zu bringen, erst als ausländischer
Chorleiter, aber auch als Vertreter der Vielfalt des Verbandes?
Da ich ein Atelier zum Thema "Deutsche und
Französische Volkslieder" anbiete, empfinde ich mich
natürlich auch etwas als Botschafter der deutschen Sprache,
die sich übrigens wunderbar singen lässt. Als
Vertreter des Verbandes der Deutsch-Französischen
Chöre bringe ich die Idee, dass sich durch das gemeinsame
Singen und die gemeinsame Gestaltung kultureller Veranstaltungen die
Freundschaft und der gegenseitige Respekt unter den Menschen in Europa
festigen lassen.
Wie haben Sie
das Repertoire ausgewählt – warum denn Volkslieder?
Das Interesse an Volkliedern ist in der letzten Zeit wieder gestiegen.
Dazu beigetragen haben viele neue Arrangements begabter Komponisten. So
lässt sich ein Jahrhunderte altes Kulturgut - jenseits alter
ideologischer Betrachtung - neu entdecken. Zudem sind die Lieder ja
auch Teil unserer kulturellen Identität.
Vielen
herzlichen Dank für Ihre Zeit, wir wünschen Ihnen
spannende erste Choralies!!
Vielen Dank!
Das Interview führte
Isabelle Métrope.
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| Um
am Atelier "Lore-Ley"
- Deutsche und Französische Volkslieder
teilzunehmen, wählen Sie das Atelier C10
bei Ihrer Anmeldung zu den Choralies. |
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| Deutsch-Französischer
Projektchor |
Stefan
Mohr (Chorleiter des DFC Bonn) wird mit einem
Deutsch-Französischen Projektchor zu den Choralies fahren. In
dem Chor werden Chorsänger der DFC singen. Das
Konzertprogramm dieses Projektchores wird aus französischer
Chormusik bestehen, unter anderem aus dem Requiem von Maurice
Duruflé. Konzertort und –datum werden Sie in Ihrem
Choralies-Programmbuch finden!
N.B.:
Der Projektchor ist kein Atelier !
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| Allegro und A Coeur Joie Elsass |
A
Cœur Joie Elsass beteiligt sich an drei Tagen (von Samstag,
7. bis Montag, 9. August 2010) an den 20. Choralies, dem
großen Treffen der A Coeur Joie Chöre. Unter der
Leitung von Werner Pfaff, dem Chorleiter des Ensemble
Vocal Allegro, DFC Straßburg, werden diese
Choristen das Magnificat von John Rutter darbieten. Dieses Werk wird am
Sonntag, dem 8. August, in der neuen Turnhalle von Vaison
aufgeführt (Ort ist noch nicht endgültig).
Einige Choristen werden außerdem am Konzert des Workshops Gospel Mass
teilnehmen, unter der Leitung des Komponisten Robert Ray, der vor
zwei Jahren nach Straßburg kam, um dieses Werk
aufzuführen. Die Gospel
Mass wird am Montagabend, dem 9. August, im alten Theater
aufgeführt. Die elsässischen Sänger freuen
sich schon auf die großartige Atmosphäre der
Choralies, einige auch deshalb, weil sie sie zum ersten Mal erleben!
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| Empfehlungen |
Im Juli 2009 haben sich
in Vilnius, Litauen, Experten und Chorleiter aus zwölf
Ländern zum Internationalen Kongress über
Gesang und musikalische Erziehung getroffen. Der Kongress war Teil des neuen Europa Cantat-Projektes "Uniting Youth in Song". Sie haben gemeinsame
Empfehlungen ausgesprochen: ein politisches Dokument zur
Förderung der Musikerziehung, des Chorgesangs und seiner
positiven Auswirkungen auf Gesellschaft und Gesundheit, und zur
Bedeutung musikalischer Vielfalt. Diese Empfehlungen wenden sich an die
Minister für Erziehung, Kultur, Gesundheit und Soziales, aber
auch an die nationalen und internationalen Musikverbände und
Körperschaften. Helfen Sie mit, sie zu verbreiten!
Lesen Sie die Empfehlungen an
die Minister für Erziehung, Kultur, Gesundheit
und Soziales und an die nationalen und internationalen
Musikverbände (Auszug aus dem ECmagazine 03/09 von Europa Cantat)
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| Demnächst |
Der DFC Bonn
wird 2010 sein 30-jähriges Jubiläum feiern. Die
Jubiläumsfeierlichkeiten sowie das Festkonzert finden
Himmelfahrt 2010 statt, nämlich am 14. und 15. Mai 2010 in
Bonn. Zur Aufführung kommt Mozarts Requiem, das zusammen mit
dem Gastchor, dem DFC Lyon, einstudiert wird. Nach gewohnter Tradition
laden wir je 4 Delegierte pro Chor aus der großen
Familie der deutsch-französischen Chöre ein, an dem
Festprogramm und auch am Festkonzert aktiv teilzunehmen!
Annie Wein-Miller
Les
Troubadours d’Aix, DFC Aachen, werden 2010 ihr
10-jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlass laden sie
den Verband der Deutsch-Französischen Chöre zur
jährlichen Delegiertenversammlung am 26.-28. Februar 2010 nach
Aachen ein.
Der Deutsch-Französische Chor München
wird im Mai 2010 zusammen mit Multiphonie,
DFC Aurillac, nach Rom reisen...
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Der Verband der
Deutsch-Französischen Chöre (VDFC)
Der Verband der
Deutsch-Französischen Chöre wurde 1983 von
Bernard Lallement gegründet. Derzeit sind 15 Chöre im
Verband Mitglied,
die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland und Polen sitzen. Der
VDFC initiiert und unterstützt deutsch-französische
musikalische
Austausche, die die Völkerverständigung und
übernationale Freundschaft
fördern.
Einmal im Jahr versammeln sich Delegierte aller
Mitgliedschöre für ein Konferenzwochenende in einem
der drei Länder, um
sich über gemeinsame Anliegen auszutauschen, Konzerte und
Austausche zu
planen und Vorschläge für die Chorarbeit
auszuarbeiten.
Der Vorstand
besteht aus Chorsängern der Mitgliedschöre, derzeit
aus Frankreich und
Deutschland. Präsident ist seit vielen Jahren das Bonner
Chormitglied
Erik Cummerwie.
Der Verband der Deutsch-Französischen Chöre ist
Mitglied des internationalen Chorverbands „A Cœur Joie
International“ (ACJ-I) und der „Vereinigung
Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa“
(VDFG).
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Impressum
Redaktion:
Erik Cummerwie, Isabelle Métrope, Susanne Saeger
Das Redaktionsteam bedankt sich bei Andreas Foerster, Ilona Grabe,
Gisela Groten, Juliane Hagen, Anja Lehmann, Dietmar Kaross, Reinhard
Kißler, Joseph und Anita Panza und Annie Wein-Miller für ihre Beiträge. |
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